Heute Morgen schönster Sonnenschein, also nichts wie los. Erst ein ganz kurzes Stück zurück um auf die P55 nach Süden zu gelangen. Da geht es über Ezernicki nach Dagda. Die Landschaft ist wunderschön, fast wie in den Masuren, Wälder wechseln mit Seen, Teichen und Mooren ab, Nadelwald mit Mischwald. Zum Indian Summer Effekt war es wohl noch nicht frostig genug, das Gelb ist schon gut vertreten, aber es fehlt noch an Rot. In Dagda biege ich rechts ab um auf die P60 zu gelangen, auf meiner Karte ist die noch als Schotterpiste eingetragen, aber nun ist sie asphaltiert, aber eben wie so oft in Lettland mit Schlaglöchern und Wellen reich gespickt. Darum bin ich auch überzeugt, dass wohl das am Meisten in Lettland anzutreffende Verkehrsschild die Tafel mit der Bodenwelle sein muss.
Mein nächstes Ziel ist Anglona, hier steht die grosse Basilika, sie ist die wichtigste katholische Kirche im sonst eher protestantischen Kirche in Lettland. Doch mein Hauptgrund hier vorbeizukommen ist natürlich die nicht mehr heilige Quelle von Anglona. Ich weiss nicht was da schief gelaufen ist, ob seit dem Papst Besuch die Quelle unheilig gesprochen wurde, oder ob sie einfach entheiligt wurde. Nichts desto Trotz, hier fliesst bestes Trinkwasser aus 6 Hähnen. Das gute Wasser ist auch bei der Bevölkerung sehr beliebt, mit 5 und 10 Liter Flaschen kommen ganze Familien zum Füllen. Es braucht also etwas Geduld bis ich meinen Wassertank mit der Giesskanne wieder voll habe.
Von hier geht es weiter südlich, nach Kraslava eine Kleinstadt an der Grenze zu Weissrussland an der Daugava liegend. Von hier geht es westwärts auf der A 6. Wer jetzt glaubt bei so einer wichtigen Verkehrsverbindung sei die Strasse wenigstens gut, weit gefehlt, auch hier das schon oben erwähnte Verkehrszeichen. Mein heutiges Ziel, über eine sehr schmalen Strasse erreichbar, das Dorf der russischen Altgläubigen von Slutiski. Wie am Peipsi See in Estland gibt es hier die einzige Siedlung in Lettland. Die Häuser wurden liebevoll restauriert und so kann man das Ganze auf einem Pfad der teilweise der Daugava entlang führt erkunden. Vor diesem Dorf ist ein wunderschöner grosser Parkplatz mit Toiletten, Grillstellen und Mülleimern, was will man mehr.
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